Brusho Pigmentfarben im Fokus: Techniken, Tipps und Tricks im Überblick

Basics

Brusho Crystal Colour sind Pigmentfarben in pulverform. Sie kommen in kleinen Gefäßen mit einem Deckel, allerdings solltest du diesen Deckel besser geschlossen lassen! Die Farbpigmente sind sehr kräftig und du brauchst für ein Projekt in der Regel nur eine Priese. Für eine angenehme Dosierung ist es deswegen sinnvoll einfach mit einer Nadel ein paar Löcher in den Deckel zu stechen und die Döschen dann wie einen Salzstreuer zu verwenden. So hast du mehr Kontrolle.
Brusho mit Nadeln durchstechen und verschließen
Bei den Brusho Farben handelt es sich um wasserlösliche Farben, das heißt, dass du die schönsten Effekte erzielst, wenn du die Farben in Wasser auflöst. Dabei sollte man immer bedenken, dass die Farben auf dem Papier „beweglich“ sind, solange sie nass sind: Du kannst sie so auf dem Papier verteilen, Farben miteinander Mischen und Farbverläufe gestalten. Sobald eine Farbe getrocknet ist, kann man sie jedoch kaum wieder lösen. Dass heißt, dass du Farbverläufe in einem Rutsch gestalten musst. Wenn du hingegen möchtest, dass die Farben sich sichtbar von einander abgrenzen, wartest du einfach, bis die eine Schicht getrocknet ist und machst dann mit der nächsten weiter.

Falls du einmal zu viel Farbe verwendet hast, kannst du diese einfach immer weiter in Wasser auflösen (also immer mehr Wasser hinzugeben) und das überschüssige Wasser mit einem Stück Toilettenpapier oder ähnlichem aufsaugen. So wird die Farbe wieder heller.

Die Kunst bei Brusho ist es vor allem, nicht zu viel zu mixen. Wenn du zu viele Farben nimmst, entsteht schnell ein unschönes Braun. Ich arbeite gerne mit nur ein bis drei Farben und konzentriere mich dafür dann darauf diese Farben in unterschiedlichen Nuancen auf dem Bild zu zeigen. Das wichtigste Arbeitsmittel ist darum neben der eigentlichen Farbe und dem Pinsel Wasser.

Techniken mit den Brusho Crystal Colours

Mit den Brusho Pigment Farben hat man viele verschiedene Möglichkeiten. Alle diese Möglichkeiten führen zu leicht unterschiedlichen Effekten, weshalb ich sie dir hier kurz vorstellen möchte und einige Beispiele angefertigt hab.

Pigmente auf nasses Papier streuen

Die wohl bekannteste Anwendungsart ist es einfach das Papier zu befeuchten und dann etwas Brusho darauf zu streuen. Die Pigmente lösen sich auf der feuchten Oberfläche sofort auf und je nachdem, wie viel Wasser man genommen hat, beginnt die Farbe unterschiedlich stark zu verlaufen.
brusho viel bis wenig wasser
Auf diesem Bild siehst du wie stark die Farbe verläuft, wenn man wenig oder viel Wasser nimmt. Rechts habe ich sehr, sehr wenig Wasser genommen, links sehr, sehr viel.

brusho alle farben

Hier hast du noch einmal alle fünf Farben, die derzeit über Stampin‘ Up! erhältlich sind auf einen Blick und siehst, wie die Farben ineinander laufen. Links habe ich wenig Wasser genommen, rechts viel.

brusho rot blau
Da die Brusho Farben sich schnell sehr stark vermischen, ist es in der Regel sinnvoll nicht zu viele Farben auf einem Blatt zu nutzen. Ich erziele oft die schönsten Resultate, wenn ich nur zwei Farben miteinander kombinieren. Hier habe ich rot und blau kombiniert.

Brusho durch Sprühen aktivieren

Eine weitere Möglichkeit ist es Brusho auf trockenes Papier zu streuen und dann mit einem Pumpzerstäuber Wasser darüber zu verteilen. Auch bei dieser Methode kann man verschiedene Effekte erzielen, je nachdem wie viel Wasser man verwendet. Je mehr Wasser man nimmt, desto stärker verläuft die Farbe. Für mein Beispielbild habe ich nur sehr wenig Wasser auf dem Bild verteilt.
brusho spritz - Wie Brusho sich verteilt, wenn man das Pulver auf trockenem Papier mit Wasser besprüht

Brusho + Pinsel

Auch mit einem Pinsel hat man mehrere Möglichkeiten mit Brusho zu arbeiten. Zum einen kann man das Pulver auf trockenes Papier streuen und dann mit einem nassen Pinsel darüber malen oder man löst die Farbe in etwas Wasser auf (in einem kleinen Gefäß) und nimmt diese dann mit einem Pinsel zum Malen.
 vs farbe auflösen

Auf dem oberen Papier wurde das Pulver auf das trockene Papier gestreut und dann mit einem nassen Pinsel verteilt, auf dem unteren Papier wurde die Farbe zunächst aufgelöst und dann mit einem Pinsel auf dem Papier verteilt. Man sieht, dass die Farbe unten deutlich kräftiger ist und dabei nicht die Verläufe entstehe, die typisch sind, wenn man Brusho auf nasses Papier streut.

Ich liebe es vor allem mit der aufgelösten Farbe zu malen, da man aus einer Farbe so unzählige Nuancen bekommt: Je mehr Wasser du nimmst, desto heller wird die Farbe. So kann man wunderbar gestempelte Motive anmalen und bekommt tolle Schattierungen hin.
Brusho aufgelöst um damit eine gestempelte Blume anzumalen

Mit Brusho gestalten

Brusho eignet sich hervorragend um wunderschöne Karten zu gestalten! Wer ein paar Stempel und Archivtinte hat, kann damit tolle Effekte erzielen und kombiniert mit der Embossingtechnik werden die Möglichkeiten schier unendlich.

Brusho + Stempel

Du kannst entweder auf einen fertigen Brusho-Hintergrund stempeln oder auch zunächst ein Motiv stempeln und dieses dann mit den Brusho Farben ausmalen. Wenn du auf einen fertigen Brusho Hintergrund stempeln willst, solltest du lediglich beachten, dass du eine gut deckende Tinte hast, die dunkler ist als die Farbe, die du verwendest. Da die Brusho Farben die Papieroberfläche etwas versiegeln, ist es zudem nützlich mit dem Stampartus zu stempeln, da du so mehrere Lagen übereinander stempeln kannst und am Ende wirklich ein gut deckendes Motiv hast. Achte dabei auch darauf, dass die Brusho Farben komplett trocken sind, sonst verläuft die Stempeltinte.

Wenn du ein Motiv stempeln möchtest um dieses dann auszumalen, nutze eine Archivstempeltinte (zum Beispiel Memento). Sie ist nicht wasserlöslich (wenn sie komplett getrocknet ist). Staz on Tinte eignet sich hingegen nicht, da sie verläuft (war zumindest bei meinen Experimenten der Fall).

Brusho + Embossing

Mir persönlich gefällt die Kombination aus Embossing + Brusho unheimlich gut. Egal ob mit gold, weiß oder silber, der Effekt ist einfach toll und schnell entstehen Karten, die wirklich besonders sind. Auch hier kannst du zuerst einen Hintergrund gestempelten und dann darauf stempeln und embossen oder erst ein Motiv stempeln und embosssen und dieses dann mit Brusho ausgestalten.

Wenn du zunächst ein Motiv stempelst und embossed, ist die Oberfläche an diesen Stellen versiegelt und leicht erhöht, das heißt, dass die Brushofarbe dort nicht haftet und sich stattdessen darum herum ansammelt. Dadurch entstehen tolle Schatten- und Lichteffekte. Wenn du diesen Effekt jedoch nicht möchtest, musst die die Farbpigmente um diese Stellen herum mit etwas Wasser verteilen und Überschüsse ggf. mit einem Papiertuch aufnehmen.
Brusho + Embossen: Vorher und nachher embossen unterschiedlicher Effekt
Auf dem Bild siehst du die unterschiedlichen Effekte: Beim oberen Kartenaufleger habe ich zunächst den Hintergrund gestaltet und dann gestempelt und embossed, die Blumen habe ich erst gestempelt, dann embossed und zum Schluss mit Brusho angemalt.

Zm Vergleich siehst du hier auch noch den Unterschied zwischen normaler Stempelfarbe und Motiven mit Embossing: Bei normaler Stempelfarbe kann Brusho einfach drüber verlaufen und es sammelt sich nicht vor den Linien. Die Schatteneffekte entstehen so ganz anders, da man keine Barrieren für die Farbe hat, sondern diese mit dem Pinsel schaffen muss.

Und nun wünsche ich dir buntes Basteln!
Nele

P.S.: Falls du noch Fragen hast, schreibe mir einfach in den Kommentaren!

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